Refluxerkrankung

Auf den folgenden Seiten finden Sie ausführliche Informationen zur Behandlung der Refluxerkrankung. Wenn Sie sich bei uns beraten lassen möchten, können Sie sich gerne in unserer Sprechstunde vorstellen.

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Wie entsteht die Refluxerkrankung?

Schematische Darstellung der Speiseröhre, des Zwerchfells und Magens.

Beim Essen gelangt die Nahrung durch die Speiseröhre in den Magen. Um den Rückfluss (Reflux) vom Mageninhalt zurück in die Speiseröhre zu verhindern, ist die untere Speiseröhre mit einem komplizierten Verschlussmechanismus (sogenannter unterer Ösophagussphinkter) ausgestattet. Dies ist wichtig, da der Magen aggressive Substanzen zur Verdauung bildet (insbesondere die Salzsäure).

Bei der Refluxerkrankung ist der Verschlussmechanismus der Speiseröhre gestört, so dass Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt. Dies kann zu einer Entzündung der Speiseröhre führen, der sogenannten Reflux-Ösophagitis. Die möglichen Ursachen für die Refluxerkrankung sind vielfältig, so wird die Erkrankung durch das Vorliegen bestimmter Risikofaktoren wie z. B. Übergewicht, bestimmte Medikamente oder den Konsum von Alkohol und Nikotin begünstigt. Es gibt auch angeborene Zustände, die eine Refluxerkrankung auslösen können. Wichtig ist in diesem Zusammenhang vorallem die sogenannte Hiatushernie bei der ein Anteil des Magens durch das Zwerchfell nach oben verlagert ist. Da das Zwerchfell einen wichtigen Teil des natürlichen Verschlussmechanismus bildet, kann eine solche Verlagerung eine Refluxerkrankung auslösen. Der Patient bemerkt dies als Sodbrennen, z. T. in Form sehr starker Schmerzen hinter dem Brustbein. Bei langem Bestehen der Refluxerkrankung kann die Speiseröhre dauerhaft geschädigt werden. Im schlimmsten Fall (ca. 0,1 % der Patienten) kann sich auch ein Krebs der unteren Speiseröhre entwickeln.


Weitere Informationen zur Refluxerkrankung

Welche Beschwerden und Symptome treten bei einer Refluxerkrankung auf?

Schematische Darstellung einer Zwerchfellhernie. Anteile des Magens sind in den Brustkorb verlagert.
Schematische Darstellung einer Zwerchfellhernie.

Typische Beschwerden sind:

  • Oberbauchschmerzen
  • Brennende oder stechende Schmerzen hinter dem Brustbein, besonders im Liegen und bei körperlicher Anstrengung und nach bestimmten Speisen
  • Sodbrennen, saures Aufstoßen
  • Schluckbeschwerden
  • Reizhusten und Heiserkeit (meist durch nächtliches Einatmen von Magensäurerückfluss)

Welche Untersuchungen sind notwendig?

Die körperliche Untersuchung ist häufig ohne besonderen Befund. Die wichtigste Untersuchung ist die Spiegelung der Speiseröhre und des Magens (Ösophagogastroskopie). Wenn eine Refluxkrankheit vorliegt, kann man die Veränderung in den meisten Fällen direkt sehen. Es werden im Rahmen der Spiegelung auch Proben zur feingeweblichen Untersuchung (Histologie) gewonnen um eine sichere Aussage treffen zu können. Weitere Untersuchungen sind die Bestimmung des Refluxausmaßes durch eine 24 Stunden-Säuremessung in der Speiseröhre (sog. 24h-pH-Metrie), ggf. ein Röntgenuntersuchung des Schluckaktes (Röntgenbreischluck) und eine Muskelfunktionsmessung des Speiseröhrenmuskels durch eine Speiseröhren-Manometrie (Druckmessung).

Wann und wie muss eine Refluxerkrankung operiert werden?

Der Magen wird von hinten um die Speiseröhre herumgelegt und vorne vernäht.
Einengung der Speiseröhre durch Magenmanschette (sog. 360° Fundoplicatio).
Einengung des Zwerchfells durch Nähte am Durchtritt der Speiseröhre zur Behandlung eines Zwerchfellbruches.
Einengung des Zwerchfells am Durchtritt der Speiseröhre zur Behandlung eines Zwerchfellbruches.

Die Therapie der Refluxkrankheit erfolgt zunächst konservativ, d.h. ohne Operation. Es werden Medikamente (Säureblocker) verordnet, welche die Magensäureproduktion hemmen. Unter dieser Therapie klingt die Entzündung in der Speiseröhre meist ab und die Beschwerden hören auf. In der Mehrzahl der Patienten treten die Beschwerden jedoch nach Absetzen der Medikamente wieder auf, so dass die Medikamenteneinnahme häufig lebenslang notwendig ist.

Eine Operation ist nur dann medizinisch notwendig, wenn die medikamentöse Therapie keinen Erfolg zeigt und der Patient weiter unter Beschwerden leidet. Häufig wird die Operation jedoch auch auf Wunsch des Patienten durchgeführt, der nicht lebenslang Medikamente einnehmen möchte. Es gibt Hinweise darauf, dass durch eine Operation die Langzeitfolgen der Refluxerkrankung (Barrett-Ösophagus, Krebsentstehung) vermindert werden können. Dies ist allerdings noch nicht gesichert. Eine Operation zur Vermeidung dieser Probleme kann daher nicht allgemeingültig empfohlen werden. Die Operation verhindert das Übertreten der Magensäure in die Speiseröhre. Es wird aus dem oberen Teil des Magens eine Manschette gebildet, die um den unteren Schließmuskel der Speiseröhre gelegt wird und diesen unterstützt (sog. Fundoplicatio siehe Abb.). Dieser Eingriff wird in der Regel als Bauchspiegelung (sogenannte Schlüssellochchirurgie) durchgeführt.

Was sind die Risiken mit und ohne Operation?

Ohne Operation:

Durch den ständigen Entzündungsreiz kann es zu narbigen, einengenden Veränderungen der Speiseröhre kommen, wodurch der Schluckakt erheblich beeinträchtigt werden kann. Eine weitere Komplikation durch die chronische Speisenröhrenentzündung ist die Entstehung von Geschwüren. Nach langjährigem Krankheitsverlauf verändern sich die Zellen im unteren Teil der Speiseröhre. Bei einem Teil der Patienten kann es zum Auftreten eines Speiseröhrenkrebses (Ösophaguskarzinom) kommen.

Mit Operation:

Nach der Operation kann es durch Schwellung im Operationsbereich vorübergehend zu Schluckbeschwerden kommen. Diese klingen in der Regel innerhalb weniger Tage ab. Ein Wiederauftreten der Refluxerkrankung ist selten und kann durch eine erneute Operation, oft auch hier in Schlüssellochtechnik, behandelt werden.


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