Chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Patientinnen und Patienten mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (CED) sind aufgrund des oftmals extrem langwierigen und schwerwiegenden Krankheitsverlaufes auf eine engmaschige Anbindung an die behandelnden Ärzte angewiesen. Wir haben eine langjährige operative Expertise auf dem Gebiet der CED und die intensive Kooperation mit der Klinik für Gastroenterologie unseres Hauses schafft die Grundlage für eine Behandlung nach aktuellen, internationalen Therapiestandards unter Berücksichtigung der individuellen Patientensituation, um optimale Behandlungsergebnisse zu erzielen.

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Eine Beratung und Untersuchung bieten wir über die Sprechstunde für Darmerkrankungen und Koloproktologie an.

Sprechzeiten: jeden Mittwoch zwischen 08:30 - 13:30 Uhr

Termine (auch kurzfristig) unter: 

+49 30 450–522722

Behandlung von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen zählen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Während Colitis ulcerosa als entzündliche Erkrankung auf den Dickdarm beschränkt ist, kann bei Morbus Crohn der gesamte Magen-Darm-Trakt betroffen sein. Die sogenannte Colitis indeterminata kann nicht eindeutig einem der beiden Erkrankungen zugeordnet werden, gehört aber dennoch in diesen Formenkreis. Grundsätzlich werden die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen zunächst konservativ behandelt. Dennoch ist bei ca. 80 – 90% der Morbus-Crohn-Patienten mindestens einmal im Laufe ihres Lebens eine Operation erforderlich. Bei der Colitis ulcerosa müssen im Krankheitsverlaufs ca. ein Fünftel der Patienten operiert werden. Der Morbus Crohn kann in der Regel nicht geheilt werden, sodass eine Operation mit wenigen Ausnahmen nur im Falle von Komplikationen und zur Verbesserung der Lebensqualität erforderlich ist. Im Gegensatz hierzu kann die Colitis ulcerosa durch die vollständige Entfernung des Dick- und Enddarms mit Anlage eines Ersatzenddarmes (sog. Pouch-Operation) chirurgisch geheilt werden. Operationen sollten bei den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen nicht immer erst zum Einsatz kommen, wenn alle Medikamente ausgeschöpft wurden. Vielmehr sollte gemeinsam geklärt werden, wie Therapieziele am besten erreicht werden und abhängig davon die chirurgische oder konservative Therapie gewählt werden.

Jegliche operative Therapien erfolgen in enger Kooperation mit der Klinik für Gastroenterologie unseres Hauses. Die neu renovierten Operationssäle sind hinsichtlich technischer Möglichkeiten und Hygiene exzellent ausgestattet. Zusammen mit unserer langjährigen Expertise bei Operationen für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen können wir so Eingriffe sehr sicher und komplikationsarm durchführen. In der Regel erfolgen diese „minimalinvasiv“, .d. h. in Schlüsselloch-Technik, teilweise auch unter Anwendung eines Roboter-Assistenzsystems.

Morbus Crohn

Der Morbus Crohn kann weder chirurgisch noch medikamentös geheilt werden. Eine differenzierte Therapie ist daher zwingend erforderlich und bedarf entsprechender Erfahrung, die wir am Campus Benjamin Franklin seit Jahren vorhalten können. Die besten Heilungschancen bietet in der Regel eine Kombination aus medikamentöser und chirurgischer Therapie, weshalb jegliche Therapie in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Gastroenterologie erfolgt. Prinzipiell gilt der Grundsatz bei Operationen, nur so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig an Darmgewebe zu entfernen.  

Chirurgische Therapie des Morbus Crohn

Eine chirurgische Therapie ist nur im Falle von Komplikationen wie Stenosen, Fisteln und Abszessen oder infolge eines Versagens der medikamentösen Therapie indiziert. Ausnahme hiervon ist ein isolierter Befall des Überganges von den Dünn- in den Dickdarm, der sog. Ileocoekalbereich. Hier sollte gemäß der aktuellen Leitlinie der Europäischen Crohn/Colitis Vereinigung die Operation die bevorzugte Therapie sein. Grund hierfür ist, dass die Hälfte der Patienten nach der Operation langfristig keine oder nur geringe Beschwerden haben, zum Teil also quasi als geheilt angesehen werden können. Eine besondere Situation liegt bei einem Befall des Afters vor. Hier kann es durch rezidivierende Fisteln mit  Abszessen zu einer Schädigung des Schließmuskels mit entsprechenden Einschränkungen der Kontinenzleistung und Lebensqualität kommen. Oberstes Therapieziel ist hier der Schließmuskelerhalt mit voller Stuhlkontinenz. Eine individuell maßgeschneiderte Therapie ist in Anbetracht des komplexen Krankheitsbildes für den Therapieerfolg entscheidend. Während bei einem Befall des Darms überwiegend die entzündeten Darmabschnitte entfernt werden müssen, ist die Therapie von Fisteln am After weitaus komplexer und reicht bis hin zu plastischen Operationen für den Fistelverschluss. Am Campus Benjamin Franklin beherrschen wir als ein Zentrum für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen das gesamte operative Spektrum. Auch kommen am Campus Benjamin Franklin die neuesten Therapien wie z.B. die Stammzelltherapie bei Analfisteln zur Anwendung.

Colitis ulcerosa

Im Gegensatz zum Morbus Crohn kann die Colitis ulcerosa durch eine chirurgische Entfernung des Dick- und Enddarms geheilt werden. Der Schließmuskel wird hierbei erhalten und ein Ersatzenddarm aus dem Dünndarm (sog. Pouch) gebildet. Diese Operation, die sog. „restaurative Proktokolektomie mit ileopouchanaler Anastomose“, verbessert die Lebensqualität der betroffenen Patienten deutlich und entspricht annährend der gesunder Menschen.  

 

Chirurgische Therapie der Colitis ulcerosa

Prinzipiell besteht eine Indikation zur Operation, wenn die medikamentöse Therapie nicht mehr hilft (therapierefraktärer Verlauf) oder trotz Ansprechens die Medikamente nicht vertragen werden (Nebenwirkungen), wenn es zu starkem Blutverlust durch anhaltende, blutige Durchfälle kommt, wenn die Entzündung zu einem Darmdurchbruch führt oder wenn es im Rahmen der langjährigen Entzündung zu einer bösartigen Entartung (Darmkrebs) kommt. Die Entfernung des Dick- und Enddarms mit anschließender Pouchanlage erfolgt in der Regel in 2 – 3 Operationsschritten. Hierbei ist die Anlage eines vorübergehenden künstlichen Darmausganges meistens erforderlich. Der Eingriff wird am Campus Benjamin Franklin üblicherweise minimal-invasiv in Schlüsselloch-Technik, seit neuestem auch teilweise unter Zuhilfenahme eines OP-Roboter-Assistenzsystems durchgeführt. Gemäß den verfügbaren Leitlinien gilt die sog. „Pouchoperation“ als Standardverfahren in der operativen Behandlung der Colitis ulcerosa. Als eines der wenigen Zentren bundesweit führen wir diesen komplexen Eingriff am Campus Benjamin Franklin seit Jahren mit hoher Expertise erfolgreich und sicher durch.


Ihr Ansprechpartner:

PD Dr. med. Christoph Holmer

Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bereichsleiter kolorektale Chirurgie

CBF: Campus Benjamin Franklin

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Kontakt zur Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie

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Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
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