Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Auf den folgenden Seiten finden Sie ausführliche Informationen zur Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Wenn Sie sich bei uns beraten lassen möchten, können Sie sich gerne in unserer Sprechstunde vorstellen.

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Im Rahmen unserer Sprechstunde für spezielle onkologische Chirurgie bieten wir Ihnen eine umfangreiche professionelle und individuelle Beratung sowie die Möglichkeit zum Einholen einer Zweitmeinung  für Ihre die Tumorerkrankung an. Neben einer ambulanten Vorstellung könne wir die weiterführenden Diagnostik und Therapie bei uns im Haus einleiten.

Wenn Sie Fragen haben oder einen Termin vereinbaren möchten, können Sie sich gerne an folgende Telefonnummer wenden:

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Was ist Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Die Bauchspeicheldrüse liegt im Oberbauch hinter dem Magen. Sie befindet sich in enger Nachbarschaft zu Zwölffingerdarm, Magen, Leber, Gallenblase, Milz und den großen Blutgefäßen des Körpers. In der Bauchspeicheldrüse werden sowohl Verdauungssäfte als auch Hormone (körpereigene Botenstoffe wie z. B. Insulin) produziert. Der Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) gehört zu den zehn häufigsten Tumorarten in Deutschland und hat seinen Häufigkeitsgipfel im siebten und achten Lebensjahrzehnt. 

Krebs der Bauchspeicheldrüse wird oft erst spät entdeckt, da zu Beginn der Erkrankung meistens nur wenige Beschwerden vorliegen. Es kommt daher häufig zum Einwachsen oder Streuung in andere Organe. 

Die Operation ist die einzige Chance auf eine dauerhafte Heilung des Bauchspeicheldrüsenkrebses. Um den langfristigen Behandlungserfolg zu verbessern, kann sie mit einer Chemotherapie kombiniert werden.


Weitere Informationen zu Bauchspeicheldrüsenkrebs

Welche Beschwerden und Symptome treten bei Bauchspeicheldrüsenkrebs auf?

Bauchspeicheldrüsenkrebs kann zu folgenden Beschwerden führen:

  • Gelbsucht (häufig ohne begleitende Schmerzen)
  • Rückenschmerzen
  • Gewichtsverlust
  • Fieber, Nachtschweiß Übelkeit,
  • Erbrechen

Leider treten meist erst dann Beschwerden auf, wenn die Krebserkrankung schon weit fortgeschritten ist. Aus diesem Grunde ist es umso wichtiger, die Symptome so schnell wie möglich abzuklären, damit die Erkrankung rechtzeitig behandelt werden kann.

Welche Untersuchungen sind notwendig?

Wenn bei Ihnen eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse vermutet wird, sind neben der allgemeinen körperlichen Untersuchung weitere Untersuchungen erforderlich:

  • Ultraschalluntersuchung des Bauches
  • Magenspiegelung mit Ultraschalluntersuchung der Bauchspeicheldrüse  
  • Computertomographie des Bauches,
  • ggf. Kernspintomographie des Bauches
  • Röntgenuntersuchung der Lunge
  • Blutuntersuchung (unter anderem Bestimmung sog. „Tumormarker")

Wie erfolgt eine Operation der Bauchspeicheldrüse?

 

Ob und wie ein Bauchspeicheldrüsenkrebs operiert werden kann, muss im Einzelfall entschieden werden. Um für jeden unserer Patienten die bestmögliche Behandlungsstrategie festzulegen, wird jeder Fall von Bauchspeicheldrüsenkrebs in einem interdisziplinären Expertengremium, der Tumorkonferenz, diskutiert.

Manchmal kann man vor der Operation nicht entscheiden, ob eine vollständige Entfernung des Tumors möglich sein wird. In solchen Fällen bieten wir unseren Patienten eine Bauchspiegelung (explorative Laparoskopie) zur Festlegung der optimalen Therapiestrategie an

 

Operationsverfahren

 

Wann immer möglich, wird versucht den kompletten Tumor mit nötigem Sicherheitsabstand zu entfernen. Bei bösartigen Tumoren des Bauchspeicheldrüsenkopfes erfolgt die Entfernung des Kopfes der Bauchspeicheldrüse mit dem anhängenden Zwölffingerdarm und einem Anteil des Gallenganges, der Gallenblase und der anliegenden Dünndarmschlinge. Oft kann der in der Nähe liegende Magenpförtner (Pylorus) dabei erhalten werden (Operation nach Traverso-Longmire), bei größeren Tumoren muss jedoch der Magenpförtner und ein angrenzender Teil des Magens mit entfernt werden (Operation nach Kausch-Whipple). Der verbleibende Rest der Bauchspeicheldrüse mit ihrem Bauchspeicheldrüsengang, der Gallengang und der hinter dem Magenausgang gelegene Anteil des Zwölffingerdarms bzw. der verbleibende Rest des Magens werden mit einer Dünndarmschlinge verbunden, so dass die übrige Bauchspeicheldrüse wieder in die Nahrungspassage eingeschlossen ist.

Liegt der Tumor im linken Teil der Bauchspeicheldrüse (Pankreasschwanz), so kann dieser entfernt werden (sogenannte Pankreaslinksresektion, mit oder ohne gleichzeitige Entfernung der Milz).

Gelegentlich kann auch die vollständige Entfernung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatektomie) oder die Entfernung des mittleren Teils der Bauchspeicheldrüse erforderlich werden.

Ist eine komplette operative Entfernung des Tumors nicht sinnvoll oder nicht möglich, so gibt es schonende Operationsverfahren um Beschwerden im Zusammenhang mit der Erkrankung Linderung zu verschaffen. Um den Speiseabtransport aus dem Magen in den Dünndarm sicherzustellen, kann eine Verbindung zwischen dem Magen und einer hinter dem oft eingeengten Zwölffingerdarm gelegenen Dünndarmschlinge (sog. Gastroenterostomie) durchgeführt werden. Dieser Eingriff kann auch minimal invasiv erfolgen.

Ist durch den Tumor der Abfluss der Galleflüssigkeit aus der Leber in den Darm gestört, führt dies zu einem Rückstau, der sich oft durch Gelbsucht und körperliche Beschwerden äußert Hier kann entweder eine endoskopische Schienung des Gallenganges mit einem sogenannten Stent erfolgen. Ist dies nicht möglich, so kann durch eine Operation die Gallenflüssigkeit aus dem Gallengang direkt in den Dünndarm abgeleitet werden. 

 

Nach der Operation:

Die Operation eines Bauchspeicheldrüsenkrebses ist eine große Bauchoperation. Nach einer solchen Operation wird der Patient zunächst auf unserer Intensivstation betreut, bevor die anschließende Betreuung zur weiteren Genesung auf der Normalstation erfolgen kann.

Während des stationären Aufenthaltes werden Sie neben dem ärztlichen und pflegerischen Team von Physiotherapeuten und Ernährungsberatern unterstützt. Ebenso stehen auch psychoonkologische Behandlungsangebote zur Verfügung. Nach der stationären Behandlung kann eine Anschlussheilbehandlung geplant werden.

Ist eine Operation alleine ausreichend?

Die Operation ist derzeit die einzige Therapie, die den Bauchspeicheldrüsenkrebs in frühen Stadien heilen kann. Eine Operation ist jedoch nicht bei allen Patienten möglich, sei es aufgrund eines zu weit fortgeschrittenen Tumors oder aufgrund schwerer Nebenerkrankungen. Hier sind nicht-operative Therapien die Methode der Wahl:

Chemotherapie

Eine medikamentöse Tumortherapie (Chemotherapie) kann zusätzlich zu einer Operation erforderlich werden (adjuvante Chemotherapie), um die Wahrscheinlichkeit eines Wiederauftreten oder einer Metastasierung des Tumors zu verhindern. Ist eine Operation bei fortgeschrittenem oder bereits metastasiertem Tumor nicht sinnvoll, so kann die Chemotherapie auch zur alleinigen Behandlung des Tumors eingesetzt werden (palliative Chemotherapie). In dieser Situation kann die Chemotherapie das Fortschreiten des Tumors verzögern und Symptome mildern und so zu einer Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Ob eine Chemotherapie durchgeführt werden muss, und welche Substanzen dabei eingesetzt werden, wird in einem interdisziplinären Expertengremium (Tumorkonferenz) individuell entschieden.

Strahlentherapie

Bei Tumoren, die aufgrund ihrer Größe nicht vollständig entfernt werden können, um die Symptome zu lindern. Nach der Operation, um die langfristige Überlebenswahrscheinlichkeit zu verbessern.

Schmerztherapie

Zur Unterstützung hat bei Bauchspeicheldrüsenkrebs eine gute Schmerztherapie enorme Bedeutung. In unserer Klinik wird sie in Zusammenarbeit mit den Experten vom Schmerzdienst der Abteilung für Anästhesiologie durchgeführt.

Endoskopische Therapie

Wenn der Tumor die Gallenwege einengt, kann dies zu Beschwerden wie Gelbsucht führen. Um die Gallenwege offen zu halten kann entweder durch eine Operation eine Verbindung zwischen Gallenwegen und Dünndarm erfolgen. Eine andere Möglichkeit besteht in der Schienung der Gallenwege mit Hilfe eines Röhrchens (Stent), welches im Rahmen einer Spiegelung des Zwölffingerdarms eingebracht wird.


Ihr Ansprechpartner

PD Dr. med. Hendrik Seeliger

Leitender Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie

CBF: Campus Benjamin Franklin


Kontakt zur Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie

Sekretariat und Anmeldung Allgemeinchirurgie

Telefon: +49 30 450-522722
Telefax: +49 30 450-7522902
E-Mail: allgemeinchirurgie-cbf(at)charite.de

Mo. - Do. 08:00 - 15:30 Uhr
Fr. 08:00 - 14:30 Uhr

Sekretariat und Anmeldung Gefäßchirurgie

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E-Mail: gefaesschirurgie(at)charite.de

Mo. - Do. 08:00 - 15:30 Uhr
Fr. 08:00 - 14:30 Uhr

Anschrift
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
Campus Benjamin Franklin
Hindenburgdamm 30
D-12203 Berlin