Behandlung von Darmkrebs

Mit modernen Behandlungsmethoden können wir heute die meisten Patienten mit Darmkrebs heilen. Wir bieten Ihnen modernste chirurgische Therapieverfahren sowie die fachübergreifende Kompetenz universitärer Spitzenmedizin.Seit vielen Jahren besteht an unserem Campus Benjamin Franklin ein überregionaler Schwerpunkt für die Darmkrebsbehandlung.

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In unserer Tumorsprechstunde bieten wir Ihnen eine umfangreiche persönliche und individuelle Beratung zu Ihrer Erkrankung. Gerne können Sie sich bei uns auch eine Zweitmeinung einholen.

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Was ist Darmkrebs?

Dickdarm- und Enddarmkrebs sind bösartige Schleimhautwucherungen im Dickdarm bzw. Enddarm, auch Mastdarm genannt. Diese Krebsarten werden von Ärzten auch unter dem Begriff kolorektales Karzinom zusammengefasst. Häufig werden Dickdarm- und Enddarmkrebs auch nur als Darmkrebs bezeichnet.

Das kolorektale Karzinom ist mit ca. 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr das zweithäufigste Krebsleiden in Deutschland, knapp 30.000 versterben jährlich daran. Die Krankheit tritt überwiegend nach dem 50. Lebensjahr auf. Ein Drittel der Krebse sind im Enddarm lokalisiert, ca. zwei Drittel im Dickdarm

Der Darm ist gegliedert in den etwa 4 m langen Dünndarm und den ca. 1,5 m langen Dickdarm, der im ca. 20 cm langen Mastdarm endet. Der Dünndarm mündet im rechten Unterbauch in den Dickdarm. Unterhalb der Einmündungsstelle liegt der Blinddarm mit seinem Wurmfortsatz (Appendix). Oberhalb der Einmündungsstelle beginnt der aufsteigende Ast des Dickdarms, der in der Nähe der Leber in den quer verlaufenden Ast des Dickdarms übergeht. Unter dem linken Rippenbogen beginnt der absteigende Ast des Dickdarms. Dieser geht in den sog. S-Darm und anschließend in den Enddarm über. Der Enddarm endet am After. Im Dickdarm wird die Verdauung beendet und der restliche Nahrungsbrei durch Rückgewinnung von Wasser und Salzen eingedickt. All jene Stoffe, die der Körper nicht verdauen und nicht verarbeiten kann, gelangen in den Kot.


Weiterführende Informationen zu Darmkrebs

Wie entsteht Darmkrebs?

Es gibt unterschiedliche Risikofaktoren, die für Entstehung eines kolorektalen Karzinoms verantwortlich gemacht werden. Die Mehrzahl der Karzinome entwickelt sich aus einer bestimmten Art von Darmpolypen, sogenannten Adenomen. Darmpolypen sind gutartige Ausstülpungen der Darmschleimhaut, die im Laufe der Zeit entarten bzw. bösartig werden können. Langjährige chronische Entzündungen der Darmschleimhaut, insbesondere bei der Colitis ulcerosa, aber auch beim Morbus Crohn, stellen einen weiteren Risikofaktor für die Entstehung eines Dick- und Enddarmkrebses dar. Auch Personen, die schon einmal ein kolorektales Karzinom hatten, weisen ein erhöhtes Krankheitsrisiko auf. Fettreiche und ballaststoffarme Kost, Bewegungsmangel, Übergewicht, langjähriger Alkohol- und Nikotinkonsum erhöhen ebenfalls das Krankheitsrisiko. In bis zu 15 % der Patienten führen genetische Faktoren zu kolorektalen Karzinomen. Dazu gehören unter anderem vererbbare Darmpolypen (Familiäre Adenomatöse Polyposis - FAP) oder Darmkrebs in der Familie (Heriditäres nicht polypöses kolorektales Karzinom - HNPCC). Bei einem Erkrankungsalter jünger als 40 Jahren sollte die Möglichkeit einer familiären genetischen Vorbelastung überprüft werden (Beratung z. B. über die Deutsche Krebshilfe).

Welche Beschwerden und Symptome treten bei Darmkrebs auf

Es gibt keine Beschwerden, die das Vorliegen eines Dickdarm- und Enddarmkrebs beweisen. Oft sind sie unscheinbar und uncharakteristisch. Dies liegt unter anderem auch in der unterschiedlichen Krebslokalisation, z. B. aufsteigender Dickdarm oder Enddarm, begründet.

Folgende Warnzeichen sollten immer abgeklärt werden: Veränderungen der Stuhlgewohnheiten, wie der Wechsel von Verstopfung und Durchfall, sind ohne eine Änderung der äußeren Lebensumstände immer ein Warnzeichen. Dies gilt vor allem, wenn sie schleichend bei Personen im Alter über 40 Jahren auftreten. Einige Erkrankte bekommen lang anhaltende Verstopfungen oder Durchfälle, bei anderen Personen treten diese Beschwerden wechselhaft auf. Sichtbare oder unsichtbare Spuren von Blut im Stuhl sind auch ein Warnzeichen. Im Verlauf können Müdigkeit, Appetitlosigkeit, ungewollte Gewichtsabnahme und Blutarmut (Anämie) dazukommen. Vor allem bei großen Tumoren, die den Darm stark einengen, kann es zu Schmerzen kommen.

Welche Untersuchungen sind notwendig?

Bei Verdacht auf Darmkrebs sollten folgende Untersuchungen durchgeführt werden: Der Test auf verstecktes Blut im Stuhl (Guajak-Test, sogenannter "Briefchen-Test") und das Austasten des Enddarms mit dem Finger gehören zu den ersten Untersuchungen. Eine  Enddarmspiegelung (Rektoskopie) und eine Dickdarmspiegelung (Koloskopie) werden durchgeführt, um aus verdächtigen Veränderungen der Dickdarmschleimhaut Gewebeproben (Biopsien) entnehmen zu können und Polypen abtragen zu können. Bestätigt sich der Verdacht auf Dickdarmkrebs werden weitere Untersuchungen wie eine Ultraschall-Untersuchung und eine Computertomographie oder Kernspintomographie  (MRT) des Bauchraumes, eine Röntgenaufnahmen der Lunge und ggf. eine Skelettszintigraphie durchgeführt, um das Erkrankungsausmaß genauer bestimmen und Absiedlungen (Metastasen) ausschließen zu können. Auch Tumormarker (CEA, CA 19-9) können bei der Blutentnahme untersucht werden. Mit der Untersuchung sollte auch das Auftreten von Krebs und insbesondere Darm-, Magen- und Gebärmutterkrebs bei blutsverwandten Familienmitgliedern erfragt werden. Bei Hinweisen auf ein erblich bedingtes kolorektales Karzinom sollte eine genetische Beratung mit Untersuchung des Erbguts erfolgen, um Verwandte des Patienten über deren eigenes Risiko informieren zu können. Die gesetzlichen Krankenkassen bieten Menschen zwischen dem 50. und 55. Lebensjahr jährlich kostenlos einen Stuhlbluttest (s. o.) und ab dem 56. Lebensjahr eine Koloskopie an, welche nach zehn Jahren wiederholt werden kann. Durch Teilnahme an den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen können Adenome rechtzeitig erkannt und vor der Krebsentwicklung in einer Darmspiegelung entfernt werden! Weitere Informationen hierzu finden Sie auch auf den Seiten der Felix Burda Stiftung.

Ist eine Operation alleine ausreichend?

Die Therapie gestaltet sich für jeden Patienten anders und ist von der Lage und Größe des Tumors sowie von der Ausbreitung in andere Organe abhängig (Tumorstadium).

Standardoperationen beim Dickdarm- und Enddarmkrebs werden zum großen Teil konventionell, also über einen Bauchschnitt, durchgeführt. Unter Zuhilfenahme der "Schlüsselloch-Technik", auch minimal-invasive Chirurgie (MIC) genannt, kann in frühen Tumorstadien das Ausmaß des äußeren Bauchschnittes verkleinert werden. Der eigentliche Operationsumfang in der Bauchhöhle ist im Vergleich zum konventionellen Bauchschnitt identisch. Die Operationsdauer beträgt je nach Art des Eingriffes etwa 2-4 Stunden.

Eine Chemotherapie und/oder eine Bestrahlungstherapie muss bei bestimmten Ausbreitungen (Stadien) der Darmkrebserkrankung vor (neoadjuvant) oder nach der Operation (adjuvant) durchgeführt werden. Diese Therapie dient unter anderem der Verkleinerung des Tumors und der Behandlung von Metastasen. Beim örtlich ausgedehnten bzw. in die örtlichen Lymphknoten gestreuten Stadium des Enddarmkrebes kann durch eine vor der Operation durchgeführte, sog. neoadjuvante Chemotherapie bzw. kombinierte Radiochemotherapie eine Tumorverkleinerung und die komplette Tumorentfernung mit größerer Wahrscheinlichkeit erreicht werden. In unserer Klinik werden alle Patienten mit Dick- und Enddarmkrebs nach den Richtlinien des zertifizierten Darmzentrums behandelt. Hierzu gehört auch, dass jeder Patient in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz vorgestellt wird. In der Tumorkonferenz wird das optimale Vorgehen individuell für den Patienten durch Spezialisten aus der Chirurgie, Inneren Medizin, Strahlentherapie und Radiologie festgelegt. Bei einigen Patienten kann eine radikale Operation nicht durchgeführt werden. Hohes Lebensalter, nicht heilbares Tumorleiden und eingeschränkte Lebenserwartung müssen hier bedacht werden. Unter diesen Bedingungen geht es vor allem darum, mit einem risikoarmen Eingriff Symptome zu beseitigen, und eine gute Lebensqualität zu erreichen. Ist eine operative Behandlung nicht möglich bzw. sinnvoll, kommt in Abhängigkeit von Allgemeinzustand, Krankheitsdynamik und Tumorlokalisation eine Chemotherapie oder Bestrahlungstherapie in Frage. Nach Abschluss der stationären Behandlung ist eine Anschlussheilbehandlung sinnvoll aber nicht zwingend notwendig.

Welche Risiken treten bei einer Operation auf?

Natürlich kann es bei jeder Operation zu Komplikationen kommen. Dabei spielt eine wichtige Rolle, wie krank der Patient zum Zeitpunkt der Operation ist. Wichtige Risikofaktoren sind zum Beispiel ein unterdrücktes Abwehrsystem (z. B. durch Kortisoneinnahme, bei stattgehabter Transplantation oder Bluterkrankungen), hohes Alter, schlechter Allgemeinzustand durch die Tumorerkrankung oder wenn viele zusätzliche Erkrankungen vorliegen (Blutzuckerkrankheit, Herz-/Lungenerkrankungen oder starkes Übergewicht). Eine wichtige Rolle spielt natürlich auch, ob der Patient bereits mehrfach operiert wurde, da es nach einer Operation zu Verwachsungen im Bauch kommen kann, wodurch eine zweite Operation komplizierter ist, da die Verwachsungen gelöst werden müssen und dadurch Verletzungen umgebender Strukturen häufiger sind.

Häufige Komplikationen sind Wundinfekte, welche gehäuft bei übergewichtigen und abwehrgeschwächten Patienten auftreten können. Aber auch die Länge der Operation spielt eine Rolle. Selten sind zum Glück Verletzungen von anderen Organen. Blutungen werden oft durch gründliche Blutstillung in der Operation vermieden, sind aber natürlich erhöht, wenn der Patient blutverdünnende Medikamente wie ASS, Marcumar oder Clopidogrel (Plavix) einnimmt. Nicht unerwähnt darf man das Narkoserisiko lassen. Bei großen Eingriffen erfolgt eine Vollnarkose, welche vor allem bei sehr kranken Patienten ebenfalls gewisse Risiken birgt.

Vor dem Eingriff werden dem Patienten die Operation und die damit verbundenen Risiken genau erklärt, er hat die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Nicht-Verstandenes genauer erläutert zu bekommen.

Empfehlungen zur Nachsorge nach einem kolorektalen Karzinom

Tabelle: Nachsorgeschema UICC-Stadium II und III
  • Der Beginn der Nachsorge errechnet sich ab dem Zeitpunkt der Operation.
  • Sofern präoperativ keine komplette Koloskopie erfolgt ist, soll diese postoperativ innerhalb von 6 Monaten erfolgen.
  • Bei Patienten mit UICC-Stadium I (pT1-2, pN0, M0) ist auf Grund des geringen Rezidivrisikos eine rein koloskopische Nachsorge ausreichend. Die erste Koloskopie sollte nach 3 Jahren erfolgen und bei einem unauffälligen Befund dann alle 5 Jahre wiederholt werden. Siehe Sondersituation.
  • Nach R0-Resektion (vollständiger Entfernung des Tumors) von kolorektalen Karzinomen des UICC-Stadiums II und III sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen indiziert, siehe Tabelle.
  • Patienten im UICC-Stadium IV nach kurativer Metastasentherapie sollten einer programmierten Nachsorge unterworfen werden. Diese ist individuell festzulegen.

Sondersituation: pT1-Karzinom in Adenom

High-Risk-Situation (G3, G4 und/oder Lymphgefäßeinbrüche (L1)):

  • Eine radikale chirurgische Behandlung ist erforderlich, auch bei kompletter Entfernung der Läsion.

Low-Risk-Situationn(G1, G2, keine Lymphgefäßeinbrüche (L0)):

  • Bei inkompletter Abtragung R1, R2): komplette endoskopische oder lokale chirurgische Entfernung bis zur R0-Situation (vollständiger Tumorentfernung); ist dies nicht erreichbar oder bestehen Zweifel an einer pT1-Situation ist eine onkologisch-chirurgische Resektion erforderlich.
  • Bei kompletter Abtragung (R0): lokale endoskopische Nachsorge nach ½ Jahr und 2 Jahren.

 

 

Roboter-assistierte Dickdarmchirurgie

Die Roboter-assistierte Chirurgie stellt einen Aspekt der minimalinvasiven Hochpräzisionschirurgie dar. So können nun komplexe Eingriffe bei zum Beispiel Darmkrebs-Patienten minimal-invasiv, besonders exakt und nervenschonend durchgeführt werden.

Vor allem bei Mastdarmoperationen können damit unerwünschte Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Blasenfunktionsstörungen, Inkontinenzprobleme oder auch Sexualfunktionsstörungen unter Umständen deutlich verringert werden. Die wesentlichen Elemente des Operationsystems sind Roboterarme mit endoskopischen Mikroinstrumenten und die Steuerkonsole, welche durch den Operateur bedient wird. Die Arme setzen die Bewegungen des Chirurgen an der Steuerkonsole in Echtzeit und zitterfrei um. Das bis 10fach vergrößerte und hochauflösende 3D-Videobild sowie die vollständige Bewegungsfreiheit der Instrumente geben zudem mehr Sicherheit bei engen Operationsfeldern wie dem Dick- und Enddarm.

Folgende Operationen werden bei uns durchgeführt:

  • Dickdarmkrebsoperationen
  • Enddarmkrebsoperationen
  • Divertikeloperationen des Dickdarms

Bitte kontaktieren Sie uns bei Fragen zu diesem modernen Operationsverfahren:

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Ihre Ansprechpartner

PD Dr. med. Christoph Holmer

Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bereichsleiter kolorektale Chirurgie


Kontakt zur Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie

Sekretariat und Anmeldung Allgemeinchirurgie

Telefon: +49 30 450-522722
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Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
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