Computerbasierte Darstellung der Leber auf Grundlage einer Computertomographie.
Computerbasierte Darstellung der Leber auf Grundlage einer Computertomographie.

In-situ Ablation bei Lebermetastasen

Unter in-situ Ablation versteht man ein minimal-invasives Behandlungsverfahren. Hierbei wird die Metastase im Körper durch Hitze zerstört. Diese Verfahren können häufig ohne Operation mit einer Nadel-Punktion von Außen durchgeführt werden.

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Übersicht

Computergestützte Planung einer in-situ-Ablation.

Der Begriff "in-situ-Ablation" leitet sich aus dem lateinischen in situ für im Körper und ablatio für Zerstörung ab. Der Begriff bezeichnet die Zerstörung eines Tumors im Körper - im Gegensatz zur Operation, bei welcher der Tumor operativ aus dem Körper entfernt wird.

Bei einer in-situ Ablation wird eine Metastase in der Leber vor Ort - also ohne Entfernung der Metastase - zerstört. Hierzu wird eine dünne Nadel (ein sog. Applikator) in die Leber eingeführt. Über den Applikator wird Hitze in der Metastase erzeugt, so dass diese zerstört wird. Nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand sind die Erfolge der in-situ Ablation bei korrekter Anwendung mit den Ergebnissen der Operation vergleichbar. Die in-situ Ablation kann minimal-invasiv ohne Operation durchgeführt werden oder auch in Kombination mit einer Operation.

Derzeit werden von uns zwei verschiedenen Verfahre angewendet, die jedoch beide ein ähnliches Prinzip verfolgen:

  1. Radiofrequenzablation (RFA): Hierbei wird in der Metastase Hitze durch Hochfrequenzstrom erzeugt
  2. Mikrowellenablation (MWA): Hierbei wird die Hitze in der Metastase durch Mikrowellenstrahlung erzeugt

Beide Verfahren unterscheiden sich im Wesentlichen nur in technischen Details. Wir haben für beide Methoden langjährige Erfahrung und verwenden die Techniken je nach den individuellen Anforderungen. Die laserinduzierte Thermotherapie (LITT) ist ein älteres Verfahren, bei dem die Hitze in der Metastase durch Laserstrahlung erzeugt wird. Wir wenden dieses Verfahren nicht mehr an, da die neueren Techniken einige Vorteile bieten.

Ablauf der in-situ Ablation

In-situ-Ablation: In der Computertomographie (CT) wird eine Metastase mit einer feinen Nadel punktiert. Der Patient liegt in Narkose, so dass kein Schmerzen auftreten.

Die Behandlung kann in den meisten Fällen ohne Operation erfolgen. Wir sprechen dann von einer "perkutanen Therapie" (perkutan = durch die Haut, also ohne Operation). Die Behandlung erfolgt in Narkose, so dass keine Schmerzen auftreten. Es wird eine dünne Nadel unter Bildkontrolle in der Computertomographie durch die Haut in die Leber eingeführt. Über diese Nadel wird die Metastase bzw. der Tumor durch Mikrowellenstrahlung (bei der Mikrowellenablation) oder hochfrequenten elektrischen Strom (bei der Radiofrequenzablation) zerstört.

Nach dem Eingriff verbleibt der Patient ein bis zwei Tage im Krankenhaus. Am Tag nach der in-situ-Ablation führen wir eine Kontrolle in der Kernspintomographie (MRT) durch, um die Zerstörung der Metastasen oder des Tumors sicherzustellen.

In einigen Fällen, wie zum Beispiel bei bestimmten Voroperationen oder sehr großen Metastasen, kann keine perkutane Therapie durchgeführt werden. Oft kann die Therapie dann aber über eine Operation in Vollnarkose erfolgen. Hierbei wird die Leber über einen Bauchschnitt freigelegt. Die Therapie kann dann unter intraoperativer Ultraschallkontrolle direkt erfolgen.

Die Nachbehandlung führen wir genauso wie nach einer Leberoperation durch. Hierzu gehören eine Vorstellung in der interdisziplinären Tumorkonferenz und regelmäßige Kontrolluntersuchungen. Weitere Details finden Sie hier.


Ihre Ansprechpartner

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PD Dr. med. Kai Lehmann

Geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bereichsleiter minimal-invasive Chirurgie


Kontakt zur Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie

Sekretariat und Anmeldung Allgemeinchirurgie

Telefon: +49 30 450-522722
Telefax: +49 30 450-7522902
E-Mail: allgemeinchirurgie-cbf(at)charite.de

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