Behandlung von Speiseröhrenkrebs

Auf den folgenden Seiten finden Sie ausführliche Informationen zur Behandlung von Speiseröhrenkrebs. Wenn Sie sich bei uns beraten lassen möchten, können Sie sich gerne in unserer Sprechstunde vorstellen

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Was ist Speiseröhrenkrebs?

Der Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) ist eine bösartige Schleimhautwucherung der Speiseröhre. Jedes Jahr erkranken etwa fünf Menschen pro 100.000 Einwohner in Deutschland daran. Damit gehört es zu den selteneren, aber insgesamt häufiger werdenden Krebserkrankungen in Europa. Männer sind fünffach häufiger betroffen als Frauen, meist tritt die Erkrankung ab dem 50. Lebensjahr auf.

Die Speiseröhre ist ein ca. 25 cm langer Muskelschlauch, der von innen mit Schleimhaut ausgekleidet ist. Sie gehört zum oberen Verdauungstrakt und transportiert die zerkaute Nahrung durch wellenartige Kontraktionen aus dem Mund in den Magen. Am Übergang zum Magen verhindert ein Schließmuskel den Rückfluss (Reflux) von Magensäure und -inhalt in die Speiseröhre. Ist dieser Mechanismus gestört, greift die aggressive Magensäure die Schleimhaut in der Speiseröhre an, und es kommt zu Sodbrennen, einem brennenden Schmerz hinter dem Brustbein. Diese ständige Reizung kann zu einer Umwandlung der säureempfindlichen Schleimhaut (Plattenepithel) der Speiseröhre in sogenanntes Drüsenepithel führen (Barrett-Ösophagus). Die chronische Entzündung kann dann nach Jahren zur bösartigen Entartung, zum Krebs, führen.


Weiterführende Informationen zu Speiseröhrenkrebs

Wie entsteht Speiseröhrenkrebs?

Die Ursachen für die Entstehung des Speiseröhrenkrebses sind bisher nicht abschließend geklärt, es sind aber gesicherte Risikofaktoren bekannt. Dazu zählt besonders Tabak- und Alkoholkonsum, insbesondere der Genuss hochprozentiger alkoholischer Getränke. Für das häufiger werdende Adenokarzinom (von Schleimhautdrüsen ausgehend) ist die Refluxkrankheit ein wichtiger Faktor: der häufige und andauernde Zurückstrom von Magen- und Gallensäuren in die untere Speiseröhre. Folge ist der sog. Barrett-Ösophagus (s. Abb. 1), er ist eine Vorstufe des Ösophaguskarzinoms. Beim Barrett-Ösophagus ist eine regelmäßige Magenspiegelung notwendig, um bösartige Veränderungen frühzeitig erkennen zu können.

Welche Beschwerden und Symptome treten bei Speiseröhrenkrebs auf?

Ein typisches Symptom ist dann das Auftreten von Schluckbeschwerden; beim Essen und anschließendem Schlucken fühlt es sich an, als ob der Bissen nicht wie gewohnt hinunterrutscht, sondern "im Hals stecken bleibt". Die Schwierigkeit besteht zunächst nur bei fester Nahrung und später auch beim Trinken. Dazu können auch Schmerzen hinter dem Brustbein auftreten, außerdem kommt es zur Gewichtsabnahme. Es kann passieren, dass die unverdaute Speise (also nicht wie beim Erbrechen) wieder in den Mund gelangt, Würgereiz und krampfartige Schmerzen im Hals- und Brustbereich können auftreten. Später kann es auch zu Heiserkeit kommen.

Welche Untersuchungen sind notwendig?

Bei dem Verdacht auf Speiseröhrenkrebs muss eine Spiegelung von Speiseröhre und Magen (Ösophago-Gastroskopie) durchgeführt werden. Die Magenspiegelung ist dank moderner Geräte mit biegsamen Schläuchen viel weniger unangenehm als viele Patienten befürchten Dabei schaut der Arzt mit einem flexiblen Schlauch (Endoskop) durch den Mund in die Speiseröhre und bis in den Magen. Hierbei werden Gewebeproben entnommen und feingeweblich untersucht. Die Untersuchung kann in unserem Haus in einem Kurzschlaf (Kurznarkose) durchgeführt werden. Bestätigt sich der Verdacht, müssen weitere Untersuchungen folgen, um die Größe und Ausdehnung des Tumors zu bestimmen. Es muss untersucht werden, ob Lymphknoten befallen sind und/oder Tochtergeschwülste (Metastasen) vorhanden sind. Hierzu werden die Computertomographie (Siehe Abbildung) und Endosonographie durchgeführt. Nachdem alle erforderlichen Untersuchungsergebnisse vorliegen, kann die Therapie individuell geplant werden. Dies erfolgt in einer interdisziplinären Tumorkonferenz, die durch das Charité Comprehensive Cancer Center (CCCC, Krebszentrum) durchgeführt wird, und bei der Experten der unterschiedlichen Fachrichtungen gemeinsam ein auf den Einzelfall zugeschnittenes Konzept entwickeln.

Ist eine Operation alleine ausreichend?

Die Behandlung des lokal wachsenden Speiseröhrenkrebses, der noch nicht gestreut hat, besteht in der Regel in der Operation.

Häufig wird diese ergänzt durch eine vorgeschaltete Therapie aus Bestrahlung und Chemotherapie. Ist der Tumor bei Diagnosestellung für eine Operation zu groß oder hat in die umliegenden Lymphknoten gestreut, kann dennoch eine Chance auf eine Heilung bestehen. Zunächst wird eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie (neoadjuvante Therapie) durchzuführen, um den Tumor so zu verkleinern, dass er anschließend herausoperiert werden kann. Eine Operation ist unabhängig von der Tumorgröße nicht sinnvoll, wenn bereits Tochtergeschwülste (Metastasen), z.B. in der Leber, vorliegen. Um den Tumorwachstum zu bremsen und die Lebensqualität zu verbessern, stehen eine Reihe von Maßnahmen zur Verfügung (Alternative Therapie).

Ziel der Operation ist die vollständige Entfernung des Tumors mit einem Sicherheitsabstand im gesunden Gewebe, um zu verhindern, dass einzelne nicht sichtbare Tumorzellen im Körper verbleiben. Das bedeutet die teilweise oder sogar vollständige Entfernung der Speiseröhre und der umgebenden Lymphknoten. Die Speiseröhre wird durch einen Magenschlauch oder seltener durch einen Teil des Dickdarms ersetzt. Um den Tumor in den oberen Abschnitten des Organs zusammen mit den Lymphknoten entfernen zu können, ist meist die Eröffnung des Brustraumes notwendig. In einem zweiten Schritt werden dann über einen Bauchschnitt die Lymphknoten im Oberbauch entfernt und aus dem Magen ein Schlauch zum Ersatz der Speiseröhre konstruiert. Bei einem Tumor im unteren Bereich der Speiseröhre kann dagegen oft auf die Eröffnung des Brustraumes verzichtet werden. Häufig genügt ein Bauchschnitt, um den Tumor und den oberen Anteil des Magens zu entfernen.

Bei sehr kleinen Tumoren kann in Ausnahmefällen eine endoskopische Abtragung ohne Operation erfolgen. Dieses Vorgehen ist aber nur sinnvoll, wenn nur die Schleimhaut befallen ist und noch keine tieferen Schichten.

Welche Risiken entstehen durch eine Operation?

Insgesamt handelt es sich um eine große und komplexe Operation, die nur dann sinnvoll ist, wenn dadurch der Tumor komplett entfernt werden kann. Nach der optimalen chirurgischen Behandlung ist eine intensivmedizinische Überwachung und Behandlung erforderlich. Im Bedarfsfall müssen rund um die Uhr die Möglichkeit der Computertomographie und der Endoskopie gewährleistet sein. Um ein hohes Maß an Sicherheit auch bei möglicherweise eintretenden Komplikationen anbieten zu können, sollten diese Operationen an einem spezialisierten Zentrum durchgeführt werden.

Was muss man nach einer Operation beachten?

Nach erfolgreicher Behandlung des Speiseröhrenkrebses beginnt die Nachsorge. In der Nachsorge wird überprüft, dass der Tumor nicht wieder aufgetreten ist oder Metastasen gebildet hat. Sollte dies dennoch der Fall sein, können bei regelmäßig durchgeführter Nachsorge frühzeitig Maßnahmen ergriffen werden.

Darüber hinaus dient die Nachsorge zur Unterstützung und Bewältigung von eventuellen Problemen körperlicher und auch seelischer Natur im Zusammenhang mit der Krebserkrankung. Folgen und Begleiterkrankungen können behandelt und Beschwerden gelindert werden.

Durch die Magenschlauchbildung ist es wichtig, das Essverhalten anzupassen. Sie werden bei uns bereits im Klinikaufenthalt durch unser Ernährungsberatungsteam unterstützt und begleitet.


Ihr Ansprechpartner

PD Dr. med. Hendrik Seeliger

Leitender Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie

CBF: Campus Benjamin Franklin

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Kontakt zur Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie

Sekretariat und Anmeldung Allgemeinchirurgie

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Anschrift
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
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