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Nebenniere

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Erkrankungen der Nebennieren

Medizinische Grundlagen

Jeder Mensch hat zwei Nebennieren. Die Nebennieren liegen rechts und links über den Nieren. Man unterscheidet die Nebennierenrinde und das Nebennierenmark. In Rinde und Mark werden unterschiedliche Hormone (Botenträger-Stoffe) produziert. Eine Über- oder Unterfunktion der Nebennieren kann daher zu einer Vielzahl von Krankheiten führen, abhängig vom betroffenen Hormon. Folgende Hormone werden produziert:

  • Nebennierenrinde:
    •  

    • Cortison (wichtig für zahlreiche Stoffwechselvorgänge des Körpers, insbesondere für die Bereitstellung von ausreichend Zucker im Blut)
    • Aldosteron (wichtig für die Regulation des Salz-Haushalts und den Blutdruck)
    • Androgene / Östrogene (Geschlechtshormone)
  • Nebennierenmark:

Der Großteil der Nebennierenerkrankungen sind gutartige hormonproduzierende Tumoren (Adenome). Außerdem gibt es Nebennierentumoren ohne Hormonproduktion. In sehr seltenen Fällen können Nebennierenrinden- und marktumoren auch bösartig werden.

Ursachen

Die Ursachen für Nebennierentumoren sind unbekannt. Selten ist die Veranlagung hierfür erblich.

Beschwerden (Symptome)

Die Beschwerden sind sehr unterschiedlich und hängen ab vom jeweiligen Hormon, das der Nebennierentumor produziert. Es können unter anderem folgende Symptome auftreten:

  • Umverteilung des Fettgewebes (Stammfettsucht, Stiernacken)
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Bluthochdruck
  • Knochenschwund mit erhöhter Knochenbrüchigkeit (Osteoporose)
  • Depressionen
  • Wundheilungsstörungen
  • Erhöhtes Infektrisiko (Schwäche der Immunabwehr)
  • Müdigkeit, Schwäche , Kopfschmerzen
  • Verschiebungen der Salzkonzentrationen im Blut
  • Bei Frauen: männliches Behaarungsmuster, Ausbleiben der Periode
  • Bei Männern: Hodenverkleinerung, Ausbildung einer weiblichen Brust, Unfruchtbarkeit

Notwendige Untersuchungen

Bei Verdacht auf Nebennierentumoren müssen zwei Dinge erfolgen:

  • Bildgebende Diagnostik der Nebennieren:
    •  

    • Computertomographie = CT (Standardverfahren)
    • Kernspintomographie = MRT (Alternative)
  • Funktionelle Untersuchungen / Hormonbestimmungen
    •  

    • Hormonbestimmung im Blut
    • Hormonbestimmung im Urin (24h-Sammelurin)
    • Stimulations- bzw. Hemmtests durch die Gabe von Hormonen

Operationsverfahren und Zusatzbehandlungen

Kleine Schnitte nach Nebennierenentfernung in „Knopflochtechnik“.
Kleine Schnitte nach Nebennierenentfernung in „Knopflochtechnik“.

Es gibt verschiedene Verfahren, durch die Nebennierentumoren entfernt werden können. Prinzipiell stehen offene und minimal-invasive Verfahren zur Wahl. In unserer Klinik werden Nebennierentumoren < 6 cm Durchmesser ohne Verdacht auf Bösartigkeit minimal-invasiv ("Knopfloch-Chirurgie") entfernt. Bösartige Tumoren werden konventionell (offen) über einen Rücken- oder Bauchschnitt entfernt.  

Dauer der stationären Behandlung: 1-2 Wochen, je nach Operationsmethode und notwendiger Vorbereitung.

Operationsrisiken

Benachbarte Organe, die potentiell bei einer Operation verletzt werden können, sind vor allen Dingen links die Milz und die Bauchspeicheldrüse. Solche Komplikationen sind aber sehr selten.

Nachsorge

Nach Nebennierenentfernung muss fast immer das lebenswichtige Cortison ersetzt werden. Dies erfolgt während der Tage um die Operation über Infusionen und kann dann auf Tabletten umgestellt werden. Sehr häufig muss Cortison auch über den stationären Aufenthalt hinaus eingenommen werden. Die Einstellung von Dauer und Dosierung der Einnahme muß durch einen in der Drüsenkunde (Endokrinologie) erfahrenen Arzt erfolgen. Unter der Voraussetzung einer richtig dosierten Medikamenteneinnahme nach der Operation bringt eine einseitige Nebennierenentfernung keine bleibenden Folgen für Sie mit sich. 

Das Basisprogramm der Nachsorge umfasst je nach Art des Tumors die Hormonbestimmung in Blut und Urin, die Blutdruckkontrolle sowie eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes. Die Nachsorge erfolgt 3 und 6 Monate nach der Operation, dann zumindest einmal jährlich.

Alternative Therapien

Nebennierentumoren können nur operativ entfernt werden. Bei hormonproduzierenden Nebennierentumoren sollte prinzipiell operiert werden. Manchmal werden Nebennierentumoren zufällig bei einer aus anderen Gründen durchgeführten CT-Untersuchuung des Bauchraumes gesehen. Wenn diese Tumoren keine Hormone produzieren und kleiner sind als 3 cm, so ist zunächst kein Operationsgrund gegeben. Die Größe solcher Tumoren sollte in einer Verlaufskontrolle nach drei Monaten bestimmt werden. Wenn der Tumor wächst, sollte er operativ entfernt werden.


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