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Schilddrüse

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Gutartige Schilddrüsenerkrankungen

Medizinische Grundlagen

Struma - WHO Grad III
Struma - WHO Grad III

In der Schilddrüse wird das Schilddrüsenhormon produziert. Es hat eine wichtige Funktion bei der Regulation von Stoffwechselaktivitäten des Körpers. Bei einer Schilddrüsen-Überfunktion wird zu viel, bei einer Unterfunktion zu wenig Schilddrüsenhormon produziert. 15% aller Menschen in Deutschland haben einen krankhaften Befund an der Schilddrüse, nicht immer ist eine Operation erforderlich.

Ursachen

Die Ursachen für die meisten Schilddrüsenerkrankungen sind nicht genügend geklärt. Eine unzureichende Jodzufuhr mit der Nahrung führt zur Entwicklung eines Kropfes. Beim Morbus Basedow greift das körpereigene Immunsystem die Schilddrüse an.

Beschwerden (Symptome)

Vergrößerungen der Schilddrüse können zu folgenden Beschwerden führen:

     

  • Schluckstörungen
  • Kloßgefühl im Hals
  • Kosmetische Beschwerden (Asymmetrie des Halses)
  • Luftnot
  • Schluckstörungen

Überfunktion der Schilddrüse kann zu folgenden Beschwerden führen:

     

  • Herzrasen
  • Schwitzen
  • Gewichtsverlust
  • Haarausfall
  • Nervosität
  • Augenbeschwerden (beim Morbus Basedow)

Notwendige Untersuchungen

Wenn bei Ihnen eine Schilddrüsenerkrankung vermutet wird, sollten außer einer ausführlichen Befragung und einer gründlichen körperlichen Untersuchung folgende Untersuchungen erfolgen:

  • Bestimmung der Schilddrüsenhormone im Blut
  • Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse

Mit diesen beiden Untersuchungen ist ein Großteil der Schilddrüsenerkrankungen abgeklärt. Eventuell müssen jedoch noch weitere Untersuchungen durchgeführt werden:

  • Szintigraphie (bei Knoten-Kropf zur Unterscheidung zwischen "heißen" und "kalten" Knoten)
  • Feinnadelpunktion (bei Verdacht auf Bösartigkeit zur Entnahme einer kleinen Gewebeprobe)
  • Manchmal kann erst durch eine Operation der Schilddrüse endgültig geklärt werden, ob es sich um einen Schilddrüsenkrebs oder um gutartige Veränderungen handelt.

Operationsverfahren und Zusatzbehandlungen

Ob und wie eine Schilddrüsenerkrankung operiert werden muss, muss individuell entschieden werden. Vor der Durchführung einer geplanten Operation sollte grundsätzlich eine möglichst normale Schilddrüsenfunktion eingestellt werden (ggf. durch die Gabe von Medikamenten). Wenn man sich für eine Operation entscheidet, wird meist das gesamte erkrankte Gewebe entfernt. Dies reicht von der Entfernung eines einzelnen Knotens der Schilddrüse bis hin zur Entfernung der gesamten Schilddrüse. 

Dauer der stationären Behandlung: 3 – 5 Tage. Bei Planung der Operation über unser Chirurgisches Patientenmanagement kann die Operation an dem Tag stattfinden, an dem Sie ins Krankenhaus aufgenommen werden. 

Operationsrisiken

Während der Operation wird insbesondere auf die sorgfältige Darstellung und Schonung des Stimmbandnerven (Nervus laryngeus recurrens laryngeus recurrens) geachtet, damit es nach der Operation nicht zu Stimmfunktionseinschränkungen (Heiserkeit, Atembeschwerden) kommt. Am wichtigsten hierbei ist die komplette Darstellung und Sichtschonung des Nerven durch einen erfahrenen Chirurgen. In schwierigen Fällen arbeiten wir zusätzlich mit einer Lupenbrille und dem sog. Neuromonitoring.

Des Weiteren liegt unser besonderes Augenmerk auf der Erhaltung und Schonung der Nebenschilddrüsen (Epithelkörperchen), damit es nach der Operation nicht zu Kalziumstoffwechselstörungen mit Kribbeln insbesondere im Mundbereich und an den Händen kommt. Ein seltener und meist vorübergehender Kalziummangel kann durch Gabe von Calcium-Brausetabletten und Gabe von Vitamin-D-Präparaten gut behandelt werden.

Nachsorge

Der menschliche Organismus kann ohne eine ausreichende Menge an Schilddrüsenhormon nicht leben! Bei vielen Schilddrüsenoperationen muss soviel Gewebe entfernt werden, dass Schilddrüsenhormon nach der Operation ersetzt werden muß.

Nach Operation der Schilddrüse wegen gutartiger Erkrankung

  • Einnahme von Jod und / oder Schilddrüsenhormon in ausreichender Menge
  • Kontrolle der Schilddrüsenhormone (Blutentnahme) 6 Wochen nach der Operation
  • Im weiteren Verlauf einmal / Jahr Blutentnahme + evtl. Ultraschall der Halsregion

Alternative Therapien

Nicht alle Patienten mit Veränderungen an der Schilddrüse müssen operiert werden! Hat der Patient keine Beschwerden, und besteht kein Verdacht auf Bösartigkeit, so ist bei einem Knoten-Kropf ohne Überfunktion keine Behandlung erforderlich. Eine Überfunktion der Schilddrüse sollte behandelt werden. Dies kann je nach Befund durch die Gabe von Medikamenten, durch eine Radiojodtherapie oder durch eine Operation erfolgen. Im Rahmen des Vorgesprächs zur Operation werden wir Sie auch über mögliche alternative Therapien beraten.


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